Eklat um Biathlet Rastorgujevs – Beschuldigter Trainer tritt zurück

Andrejs Rastorgujevs (LAT) © Manzoni/NordicFocus

Nach Ende der Biathlon Weltmeisterschaft in Lenzerheide hat Lettlands Top-Biathlet Andrejs Rastorgujevs in der Heimat schwere Anschuldigungen gegen den Co-Trainer Ilmars Bricis erhoben. Nun hat der lettische Verband dazu gemeldet, dass Bricis mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist und Andrejs Rastorgujevs die Saison aus gesundheitlichen Gründen nicht fortsetzen wird.

Schwere Vorwürfe

Andrejs Rastorgujevs (LAT) © Manzoni/NordicFocus

Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz berichtete Andrejs Rastorgujevs (36) beim heimischen TV-Sender Sparta Studija von einem Zwischenfall, der sich nach der Single Mixed-Staffel, wo er kurzfristig durch Renars Birkentals ersetzt wurde, ereignete. Rastorgujevs wirft dem lettischen Nationaltrainer Ski-Diebstahl und einen tätlichen Angriff vor. „Nach der Single Mixed Staffel kam es zu einem größeren Zwischenfall, der die Teilnahme an der Herren-Staffel und am Massenstart gefährdete“, verriet Rastorgujevs. „Der Vorfall hängt mit dem Trainer zusammen, der mir den Finger und die Nase gebrochen hat. Meine Schulter ist auch ziemlich verletzt.“ Der Teamarzt hätte zwar sein Bestes gegeben, aber von diesem Tag an hätte Rastorgujevs keine Chance mehr gehabt um vordere Plätze zu kämpfen. Bricis (54) bestätigte den Vorfall, allerdings in einer anderen Version. In dem Streit ging es um angeblich gestohlene Skier.

 

 

Tätliche Auseinandersetzung

Rastorgujevs sei jedenfalls in das Zimmer von Bricis gekommen, wo der Streit eskalierte. Wie Bricis angibt, habe er Rastorgujevs dann rausgeworfen, weil auch sein kleiner Sohn mit im Zimmer war. Dabei kam es zu den Handgreiflichkeiten. Bricis bestreitet nun die Verletzungen von Rastorgujevs und auch den Grund der Auseinandersetzung. „Wir haben uns zwar nicht gegenseitig geschlagen, aber wir haben definitiv gekämpft.“ Es sei aber niemand verletzt worden. „Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, dass sich ein Trainer so verhält. Das ist strafrechtliche Verantwortung. Ich stehe unter Schock“, fügte der Sportler, so delfi, hinzu. „Wenn Ilmars Bricis da ist, dann bin ich nicht mehr im Nationalteam.“ Rastorgujevs, der bei der Biathlon-WM in Oberhof Vize-Weltmeister im Massenstart wurde, ist bisher nach Bricis der erfolgreichste lettische Biathlet. 

Baiba Bendika meldet sich zur Sache

Baiba Bendika (LAT), Andrejs Rastorgujevs (LAT), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Die lettische Biathletin Baiba Bendika ist die Lebensgefährtin von Ilmars Bricis und Mutter des gemeinsamen im September 2023 geborenen Sohnes. Sie bezog Stellung dazu in einer langen Instagram-Story und bezeichnete Rastorgujevs als eine schon länger psychisch instabile Person, nämlich „… die Tatsache, dass der psychisch labile Charakter des Athleten dem gesamten Team seit Jahren bekannt ist, wurde diese nächtliche Information als misslungener Scherz und Stress vor dem Wettkampf empfunden … „. Andrejs Rastorgujevs war des Öfteren Partner von Baiba Bendika in Single Mixed-Bewerben, so beim Biathlon auf Schalke 2024 und auch beim Biathlon Weltcup im März 2023 in Nove Mesto, wo das Team auf dem Bronzerang landete. Ob es diese Formation im Weltcup noch einmal geben wird, wird sich zeigen.  

Rücktritt und Saison-Aus

Gestern (26.02.2025) hat der lettische Verband (LBF) mitgeteilt, Ilmars Bricis ist „von seinem Amt als Nationaltrainer zurückgetreten und hat seinen Rücktritt bei der lettischen Olympiamannschaft eingereicht. Das Lettische Olympische Komitee und die Internationale Biathlon-Union wurden darüber informiert. Andrei Rastorguevs wird die Saison aus gesundheitlichen Gründen nicht fortsetzen. Die LBF verhandelt mit den am Konflikt beteiligten Parteien über eine mögliche Lösung der Situation mit dem Ziel, die weitere Teilnahme der lettischen Biathlon-Mannschaft an Wettbewerben aller Niveaus in der laufenden und in zukünftigen Saisons sicherzustellen.“