Die 16. Saison der Ski Classics Serie ist nun Geschichte. Am vergangenen Wochenende wurden beim Reistadløpet und dem Summit 2 Senja die letzten Rennen gelaufen und dabei in spannenden Duellen die Wertungstrikots inklusive der Gesamtwertungen final entschieden. Im Folgenden blicken wir noch einmal auf die Highlights des Winters zurück und geben zudem einen Überblick darüber, wer in den einzelnen Wertungen der/die Beste war…
Emotionale Saison für Anikken Gjerde Alnaes
Die vergangenen Saison wird Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon) wohl niemals vergessen. Nachdem sie im Sommer durch einen schweren Trainingsunfall mit einem Auto lange Zeit gar nicht und anschließend nur eingeschränkt trainieren kann, überrascht sie sich und alle anderen direkt beim Auftakt in Bad Gastein, wo sie das ITT gewinnt. Es folgen Siege beim 3 Zinnen Ski Marathon und beim Jizerska50 sowie zahlreiche Podiumsplätze. Dennoch bleibt es in der Gesamtwertung bis zum letzten Rennen spannend, denn Emilie Fleten (Team Engcon) steht sogar bei gleich fünf Rennen (Gastein Criterium, La Venosta ITT, Marcialonga, Grönklitt Criterium und Grönklitt ITT) ganz oben auf dem Treppchen. Die Siegesserien von Alnaes und Fleten werden in den ersten zwei Saisondritteln nur durch Silje Øyre Slind (Team Aker Daehlie) unterbrochen, welche bei La Diagonela ihren ersten Ski Classics Sieg überhaupt feiert. Im letzten Saisondrittel trumpfte schließlich noch Stina Nilsson (Team Ragde Charge) in ihrer Premierensaison auf den Langdistanzen groß auf. Beim Vasaloppet, dem Birkebeinerrennet sowie dem Marcialonga Bodø feiert die Schwedin gleich drei beeindruckende und dominante Ausreißersiege nacheinander. Diese Serie wird am letzten Rennwochenende jedoch durch eine überragende Ebba Andersson durchbrochen, die auch in der Ski Classics Serie ihr Ausnahmetalent unter Beweis stellt.
Viele Sieger bei den Herren, darunter Sensationssieg durch Myhlback
Wenn man über besondere Momente spricht, führt in der Regel kein Weg an Alvar Myhlback (Lager 157 Ski Team) vorbei. Bereits im vergangenen Winter überraschte der junge Schwede mit seinen ersten zwei Podiumsplätzen, einer davon Platz Drei beim Vasaloppet, in diesem Winter setzte er noch einmal einen drauf. Im Alter von gerade einmal 18 Jahren (inzwischen feierte er seinen 19. Geburtstag) gewann Myhlback kein geringeres Rennen als den Vasaloppet. Weitere Rennen, die in Erinnerung bleiben dürften, sind der fünfte Erfolg von Andreas Nygaard (Team Ragde Charge) beim Birkebeinerrennet. Auch wenn die Saison für den Norweger sicherlich nicht ganz den eigenen Ansprüchen gerecht wurde, zeigte er, dass er nach wie vor zu den absoluten Spitzenläufern gehört. In die absolute Langdistanz-Weltspitze vorgedrungen sind auch die Läufer des Team Eksjöhus. Nach zahlreichen Versuchen und vielen Podiumsplätzen gab es für das schwedische Team beim Marcialonga Bodø endlich den ersten Sieg in einem Herrenrennen. Eirik Sverdrup Augdal setzte sich dabei im teaminternen Zielsprint durch. Eine Woche später wiederholte er diesen Erfolg beim Reistadløpet. Augdal gehört mit Ole Jørgen Bruvoll (Team Engcon), gewann beim Jizerska50 und Summit 2 Senja, sowie Amund Riege (Team Ramudden), Sieger beim Gastein Criterium und La Diagonela, auch zu den wenigen Läufern, denen zwei Siege in diesem Winter gelangen. Neben den genannten Läufern trugen sich zudem Amund Hoel (Team Engcon), Kasper Stadaas (Team Ragde Charge), Oskar Kardin (Lager 157 Ski Team), Max Novak (Team Aker Daehlie) sowie Emil Persson (Lager 157 Ski Team) in die Siegerlisten ein. Diese Vielzahl an Siegern spiegelte sich auch in einer spannenden Entscheidung um den Gesamtsieg wieder…
Doppelerfolg für Team Engcon in der Gesamtwertungen
In einer Saison voller wechselnder Träger des Gelben Trikots setzt sich am Ende Ole Jørgen Bruvoll knapp gegen Johan Tjelle sowie Amund Hoel und damit zwei Teamkollegen durch. Dabei profitiert der Norweger aber auch von zwei Disqualifikationen von Max Novak (Technikverstoß beim Grönklitt ITT und unsportliches Verhalten beim Birkebeinerrennet), wodurch dem Schweden am Ende wichtige Punkte fehlen. Mit Platz Sieben und nicht einmal 400 Punkten Rückstand wäre ansonsten der Gesamtsieg für Novak sehr wahrscheinlich gewesen. Bester Nicht-Skandinavier wird der junge Franzose Jeremy Royer (Team Eksjöhus) auf Platz 15. Thomas Bing wird einmal mehr bester Deutscher und belegt am Ende den 28. Rang. 31 Punkte beträgt der Vorsprung von Anikken Gjerde Alnaes nach 14 Rennen auf Landsfrau Emilie Fleten. Mit etwas größerem Abstand folgt Stina Nilsson, die sich durch eine starke finale Saisonphase noch an Jenny Larsson (Lager 157 Ski Team) vorbei schieben kann. Tereza Hujerova (Team Robinson Trentino) aus Tschechien belegt in der Gesamtwertung Platz 12 und wird damit beste Läuferin aus den nicht-skandinavischen Ländern. Die Deutsche Nicole Tröger (Ski-Willy Marathon Team Austria) wird 45.
Alnaes und Moen gewinnen Sprintertrikots
Den ersten Sieg in einer Wertung sicherte sich Anikken Gjerde Alnaes bereits vor dem letzten Rennwochenende mit dem ersten Platz in der Sprintwertung um das Grüne Trikot. Stina Nilsson belegt hier Platz Zwei, nachdem lange Zeit Silje Øyre Slind diesen Platz belegte, auf den letzten Metern jedoch noch auf den dritten Rang verdrängt wurde. Bei den Herren kristallisierte sich in dieser Wertung schnell ein Duell zwischen Vebjørn Moen (Team Eksjöhus) und Anton Persson (Team Ramudden) heraus, welches durch den Sturz von Moen beim Marcialonga Bodø noch einmal spannend wurde. Dennoch sichert er sich Platz Eins vor Persson und Simen Ramstad (Team Kaffebryggeriet Driv) an der dritten Position.
Fleten und Jutterström beste Kletterer
Das letzte Rennwochenende mit zwei Iconic Climbs sorgte in der Bergwertung der Herren noch einmal für einige Veränderungen. Axel Jutterström (Team Eksjöhus) setzte sich am Ende gegen Ole Jørgen Bruvoll und Johan Hoel (Team Ragde Charge), den Vorjahressieger, durch. Derweil verteidigte Emilie Fleten die ganze Saison über einen mal mehr, mal weniger großen Vorsprung in der Bergwertung gegenüber ihren Konkurrentinnen. Ihre engsten Verfolgerinnen waren dabei, wie quasi in der gesamten Saison, Stina Nilsson auf Platz Zwei und Anikken Gjerde Alnaes an dritter Position.
Französischer Erfolg in der Nachwuchswertung
Blickt man auf die Nachwuchswertung, so fällt einem schnell eine ungewohnte Nationalflagge auf. Denn der Gewinner des Pinken Trikots für den besten Nachwuchsläufer unter 26 Jahre heißt Jeremy Royer (Team Eksjöhus) und kommt aus Frankreich. Damit lässt Royer mit Amund Riege und Alvar Myhlback auch zwei große Namen hinter sich. Die beste Nachwuchsläuferin startet ebenfalls für das Team Eksjöhus, heißt Louise Lindström und kommt aus Schweden. Die 24-Jährige startete im vergangenen Winter zum ersten mal bei Ski Classics Rennen und wechselte im Sommer vom traditionellen Langlauf in die Langdistanz-Serie. Ihre Premierensaison beendete sie nicht nur im Pinken Trikot vor Hanna Lodin (Team Engcon) und Karolina Hedenström (Lager 157 Ski Team), welche diese Wertung in den vergangenen zwei Jahren gewann, sondern belegte auch in der Gesamtwertung um das Gelbe Trikot einen beeindruckenden sechsten Platz.
Teamwertung, Vets und Cubs
Auch um die Teamwertung wurde in der vergangenen Saison hart gekämpft. Am Ende setzte sich das Team Eksjöhus knapp gegen das Team Engcon durch. Team Ramudden belegt Rang Drei. Thomas Bings eD system Vlata Fund Team belegt als bestes nicht-skandinavisches Team Platz Sieben unter 31 Teams. Das Schweizer Team BSV Ibex kommt auf den 16. Rang.
Eine weitere Neuerung der Saison XVI war die Einführung der Cubs Wertung für Langläuferinnen und Langläufer unter 22 Jahre. Bei den Herren geht diese Wertung mit großem Abstand an Alvar Myhlback vor den punktgleichen Mikkel Sjursen und Halvor Bade (beide Team Synnfjell). Hinter der Finnin Silva Kemppi (Team Mäenpää) wird die Deutsche Cecil Kümpel (Ski-Willy Marathon Team Austria) sehr gute Zweite. Platz Drei geht an Thea Nordin (Team Eksjöhus). Damit bleibt als letzte Wertung noch die Vets Kategorie für Läuferinnen und Läufer über 40 Jahre. Bei den Damen gibt es hierbei durch Nicole Tröger einen deutschen Sieg vor Heli Heiskanen (Team Internorm Trentino GSG) und Nicole Donzallaz (Ski-Willy Marathon Team Austria). Der beste Läufer in dieser Kategorie kommt mit Sedurni Betriu Boix (Team Internorm Trentino GSG) aus Spanien. Sune Elmose (Danish Ski Maraton Team) belegt vor dem Deutschen Florian Göbel (Ski-Willy Marathon Team Austria) den zweiten Platz.
Alle Ergebnisse in den verschiedenen Wertungen nach der Ski Classics Saison XVI findet ihr hier: Ski Classics Standings
Die Ski Classics Saison zum Nachlesen
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