Ski Classics: Team Eksjöhus feiert Dreifacherfolg beim Marcialonga Bodø, Stina Nilsson dominiert bei den Damen

Axel Jutterstroem (SWE), Eirik Sverdrup Augdal (NOR), Thomas Odegaarden (NOR), (l-r) © Reichert/NordicFocus

Der Marcialonga Bodø feierte heute Premiere als Rennen der Ski Classics Pro Tour. Aufgrund starker Regenfälle musste kurzfristig auf eine alternative Strecke im Valnesfjord, rund 50 Kilometer östlich von Bodø ausgewichen werden. Bei dort perfekten Bedingungen jubelte das Team Eksjöhus über den ersten Sieg bei den Herren, welcher durch einen Dreifacherfolg des schwedischen Teams noch einmal gekrönt wurde. Bei den Damen dominierte Stina Nilsson nach dem Vasaloppet und dem Birkebeinerrennet nun das dritte Rennen in Folge.

Lokalmatador Moen stürzt kurz vor der Sprintwertung

Johan Hoel (NOR), Amund Hoel (NOR), Vebjorn Moen (NOR), Jeremy Royer (FRA), (l-r) © Reichert/NordicFocus

Auf der Ausweichstrecke, die wie gehabt 50 Kilometer umfasste, waren zwei sehr wellige Runden zu laufen. Nach acht Kilometern gab es bereits den ersten und einzigen Zwischensprint des Tages, in Runde Zwei folgte nach 37 gelaufenen Kilometern eine Bergwertung. Die erste Aufregung gab es wenige Meter vor der Sprintwertung, als Vebjørn Moen (Team Eksjöhus), welcher aus der Region stammt und in der Wertung um das Sprinttrikot in Führung liegt, das Gleichgewicht verlor und zu Fall kam. Somit hatte er keine Möglichkeit, die wichtigen Sprintpunkte zu sammeln. Völlig frustriert warf der Lokalmatador die Ski weg und beendete das Rennen früh. „Ich habe keine Lust dazu. Ich gehe nach Hause, trainiere und versuche es nächstes Wochenende wieder“, sagte er im Interview mit dem norwegischen Sender NRK. Die maximale Punktzahl beim Zwischensprint ging stattdessen an Moens ersten Verfolger Anton Persson (Team Ramudden). Morten Eide Pedersen (Team Eksjöhus) versucht noch dagegen zu halten, um seinem Teamkollegen ein paar Punkte zu retten, kam am Schweden jedoch nicht mehr vorbei. Im Anschluss daran zeigte sich jedoch weiterhin vor allem das Team Eksjöhus sehr aktiv und verkleinerte auf dem welligen Kurs die Spitzengruppe sehr früh. Nach der ersten Runde waren nur mehr 23 Läufer Teil der ersten Gruppe.

Teamtaktik von Team Eksjöhus geht auf

Thomas Odegaarden (NOR), Eirik Sverdrup Augdal (NOR), Axel Jutterstroem (SWE), (l-r) © Reichert/NordicFocus

Am Anstieg zur Bergwertung erhöhte das Team Eksjöhus, insbesondere durch Thomas Ødegaarden, erneut drastisch das Tempo. Mit nur noch einem Kilometer bis zur Vergabe der Bergwertung konnten zunächst nur noch Ødegaardens Teamkollege Axel Jutterström und Eirik Sverdrup Augdal sowie Johan Hoel (Team Ragde Charge) folgen. Nach einer kleiner Lücke folgten mit Andreas Nygaard und Kasper Stadaas zwei weitere Läufer des Team Ragde Charge sowie Amund Riege (Team Ramudden). Jutterström überquerte als erster Läufer die Bergwertung, wodurch er Johan Hoel, welcher an vierter Stelle folgte, das Bergtrikot abnahm. Die drei Läufer des Team Eksjöhus hatten jedoch nicht nur eine sehr gute Taktik, sondern ebenso gute Ski, denn auf den folgenden Kilometern konnten sie zunächst Johan Hoel abhängen und anschließend auch den Vorsprung zu den ersten Verfolgern vergrößern. Durch perfekte Teamarbeit bauten Eirik Sverdrup Augdal, Axel Jutterström und Thomas Ødegaarden ihre Führung auf den letzten zehn Kilometern bis zum Ziel immer weiter auf über eine Minute aus. Die Entscheidung um den Tagessieg machten die drei Läufer schließlich im Zielsprint untereinander aus, wobei es zum Photofinish zwischen Augdal und Jutterström kam. Das Zielfoto zeigte jedoch, dass Eirik Sverdrup Augdal den Fuß noch etwas weiter vorne hatte und so konnte sich der Norweger über seinen ersten Ski Classics Sieg freuen. Für das Team Eksjöhus war dies bei den Herren nach zahlreichen Podestplätzen des erste Tagessieg überhaupt, sodass der Jubel im Ziel entsprechend groß war. Aus der Verfolgergruppe sprintete Andreas Nygaard vor Teamkollege Kaspar Stadaas auf den vierten Platz. Max Novak (Team Aker Daehlie) wurde Sechster. Thomas Bing (eD system Vltava Fund Team) musste heute schon relativ früh abreißen lassen und wurde am Ende 29.

Frühe Spitzengruppe mit Fleten, Nilsson und Alnaes

Anikken Gjerde Alnaes (NOR), Stina Nilsson (SWE), Emilie Fleten (NOR), (l-r) © Reichert/NordicFocus

Das Rennen der Damen startete weniger dramatisch, jedoch mit knappen Entscheidungen beim Zwischensprint. Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon) sicherte sich die maximale Punktzahl. Stina Nilsson (Team Ragde Charge) und Julie Kvale Støstad (Team Ramudden) folgten mit je einer Zehntelsekunde Rückstand knapp dahinter. Anschließend nahm das Rennen fahrt auf und mit Alnaes, Nilsson und Emilie Fleten (Team Ramudden) konnten sich bald die drei großen Favoritinnen absetzen. Hanna Lodin (Team Engcon), Louise Lindström (Team Eksjöhus) und Silje Øyre Slind (Team Aker Daehlie) bildeten dahinter die erste Verfolgerinnengruppe. Zur Halbzeit des Rennens lag das Trio jedoch bereits 1:22 Minuten hinter der Führungsgruppe.

Stina Nilsson in sehr guter Spätform

Emilie Fleten (NOR), Stina Nilsson (SWE), Anikken Gjerde Alnaes (NOR), (l-r) © Reichert/NordicFocus

17 Kilometer vor dem Ziel attackierte schließlich Stina Nilsson aus dem Führungstrio und konnte schnell eine Lücke zu Emilie Fleten und Anikken Gjerde Alnaes herauslaufen. Nach einem Kilometer konnte Alnaes auch dem Tempo von Fleten nicht mehr folgen, sodass die drei Läuferinnen jeweils alleine auf sich gestellt waren. Bis zur Bergwertung hatte die Führende ihren Vorsprung auf Fleten an Position Zwei auf 40 Sekunden und auf Alnaes an dritter Position auf eine Minute ausgebaut. Silje Oyre Slind und Hanna Lodin hatten als nächste Läuferinnen dort bereits mehr als dreieinhalb Minuten Rückstand. Auch auf den folgenden Kilometern bis zum Ziel zeigte Stina Nilsson keine Schwäche, sondern baute ihren Vorsprung sogar noch immer weiter aus. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel hatte die Schwedin bereits 1:19 Minute Vorsprung auf Fleten und eine weitere Minute auf Alnaes. Den Sieg ließ sie sich daher nicht mehr nehmen, sodass Stina Nilsson nach dem Vasaloppet und dem Birkebeinerrennet nun schon das dritte Rennen in Folge souverän gewinnen konnte. Auch Emilie Fleten verteidigte ihr Position souverän, ebenso wie Anikken Gjerde Alnaes auf Platz Drei. Silje Oyre Slind konnte Hanna Lodin auf den letzten Metern noch um ein paar Sekunden distanzieren und auf den vierten Rang laufen. Louise Lindström wurde Sechste. Nicole Tröger (Ski-Willy Marathon Team Austria) lief als beste Deutsche auf Platz 30.

Die Ergebnisse des Marcialonga Bodø findet ihr hier.
Nächste Woche folgen mit dem Reistadløpet sowie dem Summit 2 Senja die letzten zwei Ski Classics Rennen des Winters.