Vasaloppet: Das Jahreshighlight der Skimarathons steht bevor - xc-ski.de Langlauf

Vasaloppet: Das Jahreshighlight der Skimarathons steht bevor

Vasalauf 2024: Start © Reichert/NordicFocus

Mit dem Vasaloppet steht am kommenden Sonntag der größte Skimarathon der Welt und das Jahreshighlight für zahlreiche Profis sowie Hobbyläufer an. Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte zur 101. Ausgabe des Vasaloppet von Sälen nach Mora.

Von König Gustav I. Vasa bis zu 15.800 Teilnehmenden

Vasaloppet 1923 © Vasaloppet

Der Vasaloppet geht auf die Idee des Zeitungsredakteurs Anders Pers zurück, welcher den Lauf in Gedenken an König Gustav I. Vasa ins Leben rief. Dieser floh im 16. Jahrhundert vor den dänischen Soldaten, nachdem er in Schweden zum Widerstand gegen die damals verbündeten Dänen aufgerufen hatte. In Mora, dem heutigen Zielort des Rennens, erfuhr Gustav Vasa vom Stockholmer Blutbad, einer Serie von Hinrichtungen des dänischen Königs. Noch zeigte man sich dort jedoch skeptisch, sodass Vasa zur weiteren Flucht gezwungen war. In Sälen, wo der Skimarathon startet, wurde Gustav Vasa später von den besten Skiläufern  von Mora eingeholt, nachdem man den Berichten über die dänischen Gräueltaten nun doch Glauben schenkte. Unter der Leitung von Gustav Vasa machte sich Schweden nach mehr als zwei Kriegsjahren schließlich unabhängig. Ein Banner mit der Aufschrift „I fäders spår – för framtids segrar“, auf Deutsch „In der Spur der Väter – für die Siege der Zukunft“, erinnert im Ziel an den Hintergrund des Rennens. Am 19. März 1922 wurde dieses zum ersten Mal ausgetragen, über 100 Menschen nahmen damals daran teil. Inzwischen haben schon weit mehr als eine Million Menschen den Vasaloppet absolviert. Auch in diesem Jahr ist das Hauptrennen vollständig ausgebucht – 15.800 Langläuferinnen und Langläufer werden bei der 101. Ausgabe im Jahr 2025 an den Start gehen.

Vasaloppets vintervecka mit 14 Rennen

Jenny Larsson (SWE) gewinnt Tjejvasan 2025 © Vasaloppet

Der Vasaloppet ist mehr als nur die 90 Kilometer in der klassischen Technik von Sälen nach Mora. Bereits am vergangenen Freitag, 21. Februar, begann die Vasaloppets vintervecka mit dem Vasaloppet 30 von Oxberg nach Mora. Am vergangenen Sonntag fand der Tjejvasan, also der Mädchenlauf, ebenfalls über die 30 Kilometer von Oxberg nach Mora statt. Für zahlreiche Profiläuferinnen der Ski Classics Serie zählte dieses Rennen als letztes wichtiges Vorbereitungsrennen vor den 90 Kilometern eine Woche später. In einem hochkarätig besetzten Feld kam es am Ende zum Zielsprint einer sechsköpfigen Gruppe. Jenny Larsson (Lager 157 Ski Team) gewann vor Louise Lindström (Team Eksjöhus) sowie Julie Kvale Støstad (Team Ramudden). Emilie Fleten (Team Ramudden) musste sich als Sechstplatzierte geschlagen geben. Neben diesen Rennen gibt es aber noch weitere Rennen mit Distanzen von Neun bis 90 Kilometer, unter anderem die Offene SpurKinder- und Jugendläufe sowie der Nattvasan. Bei diesem Skating Rennen haben Teilnehmende am Freitagabend vor dem Hauptlauf die Möglichkeit die Originalstrecke, 45 Kilometer oder 30 Kilometer im Licht zahlreicher Fackeln und Stirnlampen zu absolvieren. 

Zahlen, Daten und Fakten zum Vasaloppet

Start zum Vasalauf 2022 © Vasaloppet

Rekordsieger über die 90 Kilometer ist der aus Mora stammende Nils „Mora Nisse“ Karlsson mit unglaublichen neun Erfolgen, wobei der letzte Sieg bereits aus dem Jahr 1953 stammt. Die Schwedin Sofia Lind führt mit vier Siegen die Liste der erfolgreichsten Damen an. Die Bestzeiten von Tord Asle Gjerdalen aus dem Jahr 2021 mit einer Zeit von 3:28:18,4 Stunden sowie von Astrid Øyre Slind ein Jahr später mit 3:50:06,4 Stunden wurden auch im vergangenen Winter bei nassen Bedingungen nicht unterboten. Die letzten Nicht-skandinavischen Siege liegen schon einige Jahre zurück. Die Tschechin Kateřina Smutná gewann 2016 das Damenrennen, startetet dort jedoch für Österreich. Bei den Herren muss man noch deutlich länger bis ins Jahr 2000 zurück blicken, wo der Este Raul Olle gewinnen konnte.Mehr als 54.000 Menschen sind für eines oder mehrere Rennen gemeldet. Die Sportlerinnen und Sportler kommen aus 66 Ländern aus der ganzen Welt, ihr Alter reicht von Sieben bis zu 90 Jahren. Das Durchschnittsalter beträgt 41,5 Jahre. 60,8 % der Teilnehmenden sind männlich, 39,2 % weiblich. 36,5 % der Gemeldeten für die 14 Rennen nehmen zum ersten Mal überhaupt an einem Rennen der Vasalaufswoche teil, die restlichen 63,5 % nahmen bereits mindestens einmal an einem der Rennen teil.

Schweden gegen Norwegen – oder gibt es eine Überraschung?

Vasalauf 2024: Torleif Syrstad © Reichert/NordicFocus

Als zehntes Event und drittes Grand Classics Event des Winters ist das Rennen für die Profis der Ski Classics Serie, die um die Tagessiege bei den Damen und Herren kämpfen werden, von großer Bedeutung. Insbesondere für die schwedischen Läuferinnen und Läufer ist der Vasaloppet als Heimrennen das wichtigste Rennen überhaupt. Passend dazu scheinen die schwedischen Top-Stars, wie Emil Persson (Lager 157 Ski Team) und Max Novak (Team Aker Daehlie), die jeweils ein Rennen in Orsa Grönklitt gewinnen konnten, rechtzeitig in Form zu sein. Jenny Larsson befindet sich sowieso schon den ganzen Winter in sehr guter Verfassung und zählt nicht zuletzt seit dem Sieg beim Tjejvasan zu den absoluten Top-Favoritinnen. Konkurrenz bekommen die Schweden aber hauptsächlich aus Norwegen. Larssons größte Konkurrentinnen dürften Vorjahressiegerin Emilie Fleten sowie Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon) sein, so wie es schon bei den meisten Rennen in diesem Winter der Fall war. Bei den den Herren zählt der überraschende Vorjahressieger Torleif Syrstad (Team Engcon) nach bereits zwei Podiumsplätzen in dieser Saison auch 2025 zu den Anwärtern auf den Tagessieg. In einem Winter mit vielen verschiedenen Siegern und Platzierten, ist eine Vorhersage aber äußerst schwierig, zumal auf den 90 Kilometern viel passieren kann.Auch beim Vasaloppet gibt es Punkte für die Sprint- sowie Bergwertung zu vergeben. Die einzige Ski Classics Bergwertung folgt gleich zu Beginn des Rennens am Ende des Startbergs nach drei Kilometern am Högsta Punkten, also dem höchsten Punkt der Strecke. In Smågan nach Elf Kilometern und etwa zur Mitte des Rennens in Evertsberg nach 48 Kilometern gibt es zudem zwei Ski Classics Sprintwertungen.

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