Die erste Entscheidung in der Langlauf WM ist bereits gefallen, auch wenn es nur eine kleine Siegerehrung und keine Medaillen gab. Die ersten Zehn der Qualifikationsrennen im klassischen Stil erhalten einen Startplatz für den Einzelstart in der nächsten Woche. Die Siege gingen beide nach China, zwei Liechtensteiner sind aber auch qualifiziert.
Drei Chinesinnen vorn – Yilamujiang zurück
Wer bei den Damen mehr als 150 FIS-Punkte auf dem Konto hat, musste sich zunächst dem herausfordernden Qualifikationsrennen stellen, um dort unter die besten Zehn zu kommen und sich für den eigentlichen Wettkampf in der klassischen Technik in der nächsten Woche zu qualifizieren. Dieser Herausforderung auf einer Strecke, die einen langen Anstieg und eine ebensolche Abfahrt beinhaltet und zweimal zu absolvieren war, stellten sich 60 Damen zwischen 15 und 49 Jahren. Viele von ihnen kämpften wie immer in solchen Qualifikationsrennen mit ihrer Technik und dem Material und als dominierend stellten sich die Chinesinnen heraus, die gerade von den Asien-Spielen im heimischen Harbin nach Europa zurückkehrten. Den souveränen Sieg holte sich die 23-jährige Newcomerin Lingshuang Chen, die erst seit dieser Saison FIS-Rennen bestreitet und schon erste Erfahrungen in Norwegen und bei den italienischen Meisterschaften sammelte. Sie war fast eine Minute schneller als ihre Teamkolleginnen Honglian Meng, die schon bei der WM in Seefeld am Start gewesen war, und Dinigeer Yilamujiang und zeigte sich nach ihrem Sieg sehr überrascht, wie sie im Interview sagte. Die 23-jährige Yilamujiang, die beim Siegerinterview als Übersetzerin fungierte, hatte bei den Olympischen Spielen in Peking die Ehre gehabt, die Olympische Flamme zu entzünden, was aber wegen ihrer uigurischen Herkunft (muslimischen Volksgruppe, die im Westen Chinas in Lagern interniert wird) auch für viele Diskussionen sorgte, weil das Entzünden durch eine unbekannte 20-jährige Uigurin politisiert wurde. Nach den Olympischen Spielen verschwand sie, die 2020 als bestes Weltcupresultat Platz 19 in Davos erreicht hatte, für drei Jahre völlig von der Bildfläche und tauchte erst jetzt zu den Asien-Spielen wieder auf.
Nina Riedener schafft Quali
Die australische Weltcupstarterin Phoebe Cridland musste erstmals durch die Qualifikation und wurde beste Nicht-Chinesin auf Platz vier vor der Armenierin Katya Galstyan und der nächsten Chinesin Bayani Jialin, die ebenfalls einen 19. Platz im Weltcup vorweisen kann. Mit Nina Riedener musste auch eine deutschsprachige Athletin in die Qualifikation, die bereits in Oberstdorf, Peking und Planica bei drei Großereignissen antrat. Die 24-jährige Liechtensteinerin, die aufgrund einer langen Erkrankung erst vor kurzem ins Renngeschehen zurückgekehrt ist, qualifizierte sich als Siebte für den Wettkampf am Dienstag wie auch Ariuntungalag Enkhbayar aus der Mongolei und die Ungarinnen Sara Ponya und Lara Vana Laczko. Die Brasilianerin Jacqueline Mourao, die 2023 das rennen in Planica noch gewann, schied diesmal als älteste Teilnehmerin mit 49 Jahren als 17. aus – ihr fehlten etwa 90 Sekunden zum Weiterkommen.
China dominiert auch bei den Herren
Bei den Herren gingen 90 Herren mit mehr als 150 FIS-Punkten in die 7,5 Kilometer Klassisch in der Qualifikation. Der älteste Starter war ein 61-jähriger Malteser, der in aller Welt Rennen läuft und seine erste WM bestreitet, nachdem er sich vor zweieinhalb Jahren zu diesem Schritt entschied. Der Jüngste ist erst 15 Jahre jung, Ivano Pelko aus Kroatien. Auch bei den Herren waren bei heute deutlicher Plusgrade (+5°C bei den Damen, +8°C bei den Herren) einige mit Klister unterwegs, so dass sie schwer zu kämpfen hatten – in den letzten Tagen war es aber an vielen Stellen sehr eisig gewesen nach antauemden Schnee am Tage und deutlichen Minustemperaturen in der Nacht. Auch im zweiten Rennen des Tages waren die Chinesen siegreich und der Gewinner Wuerkaixi Kuerbanjiang bestritt in sehr jungen Jahren in der Saison 2029/20 sogar schon fünf Weltcuprennen. Er und einige andere Athleten erhielten gelbe Karten, weil in beiden Rennen immer wieder die Absperrung im Zielsprint ignorierte, wo der größte Teil der Zielgerade für den morgigen Sprint geschont werden soll. Über Platz zwei freute sich mit ihm sein ebenfalls international erfahrener Landsmann Rongsheng Liu.
Micha Büchel starker Dritter
Der Liechtensteiner Micha Büchel ging als letzter Starter mit den besten FIS-Punkten ins Rennen, aber er konnte die beiden Chinesen nicht annähernd erreichen und belegte mit 42 Sekunden Rückstand den dritten Rang. Der 22-Jährige wird wie seine Teamkollegin bei der WM in Trondheim vom Swiss-Ski Team unterstützt, da keine LSV-Crew vor Ort ist. Der 28-jährige Däne Joachim Weel Rosbo, der sonst bei den Ski Classics unterwegs ist und vor wenigen Tagen bei der Biathlon-WM 83. und 90. wurde, wurde sehr guter Vierter vor Savart Stevenson aus Haiti, der aber als Dreijähriger nach Frankreich in den Vogesen adoptiert wurde und beide Staatsbürgerschaften besitzt. Der Isländer Astmar Helgi Kristinsson wurde Sechster vor dem für Belgien startenden Sam Maes aus Vättis im Kanton Sankt Gallen, der kürzlich auch schon bei der Junioren-WM am Start war. Jan Adamov aus der Slowakei und der Lette Jekabs Skolnieks sind die weiteren Qualifikanten. Der eigentlich als Sechster qualifizierte Norweger Sebastian Santiago Kildebo mit kolumbianischen Wurzeln wurde wie seine Kollegen aus Kolumbien wegen eines positiven Fluor-Tests aus der Wertung genommen. Der Däne Magnus Tobiassen rückte somit als Zehnter nach. Die Siegerin bei den Damen, Lingshuang Chen, war so stark, dass sie bei den Herren Platz 20 belegt hätte.
=> Ergebnis Qualifikation 7,5 Kilometer Klassik Damen
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